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Denkmalhistorie
 
Nach der politischen Wende am 9. November 1989 und der Einheit Deutschlands lösten sich die politischen Gegensätzlichkeiten und Weltanschauungen von Ost und West langsam auf.
 
Die massive Weltbedrohung durch das Wettrüsten der Weltmächte fand ein Ende. Aus den erbitterten Feinden wurden Partner, Grenzen wurden überflüssig. Auch die engmaschige Grenzstaffelung an der innerdeutschen Grenze und West-Berlins hatte keinen Bestand mehr.
 
Nach dem Beitritt der DDR zum Geltungsbereich des Grundgesetzes gem. § 23 am 3. Oktober 1990 erfolgte die Gründung der neuen Bundesländer.
 
Bis Mitte der 90er Jahre wurden dann die Grenzsperranlagen auf dem Gebiet der ehemaligen DDR abgebaut. Eigens dafür gegründete Firmen hatten die Aufgabe des Abbaues und der Entsorgung aller Sperr- und Kontrolleinrichtungen an der Staatsgrenze der DDR. Der an der früheren Staatsgrenze verlaufende Kolonnenweg wurde aus wirtschaftlichen Überlegungen durchgängig belassen.
 
Auch die im früheren Grenzgebiet der DDR befindlichen Grenzkasernen, übungsanlagen der Grenztruppen und Fernmeldeanlagen sowie Einrichtungen zu Kontrollzwecken der Deutschen Volkspolizei blieben stehen - diese sind heute meißt umgebaut oder dem Verfall überlassen.
Die Einteilungen der 58 Grenzabschnitte im Verlauf der früheren innerdeutschen Grenze wurde bestandlos, die Erhaltung war nicht mehr notwendig.

 
© Grenzland Bildstelle Deutsches Kuratorium e.V.
Abrissarbeiten im Bördekreis, Sachsen - Anhalt
 
Auch die Grenzkontroll- und Informationseinrichtungen sowie Militärische Objekte der Alliierten Streitkräfte auf dem Gebiet der Altbundesrepublik wurden aufgelöst und rückgebaut. Eine Erhaltung von Grenzdenkmälern, ob nun im Osten oder Westen der Republik war nicht ausdrücklich vorgesehen.
 
Vielmehr sollten sich in ausgesuchten Regionen des Grenzgebietes neu zu gestaltende Grenzlandmuseen etablieren.
 
Auch entwickelte sich im grenznahen Raum eine rege Erinnerungskultur. Diese manifestieren sich vor allem in Erinnerungssteinen, Tafeln oder Plastiken, deren Anlässe in der Vergangenheit liegen oder bei wiederkehrenden Ereignissen.

 
© Grenzland Bildstelle Deutsches Kuratorium e.V.
Erinnerungsdenkmal 15 Jahre deutsche Einheit